Vogelsberger Basalt

Basalt prägt die Vogelsberger Landschaft und zieht sich wie ein roter Faden durch die Vogelsberger (Kultur)geschichte:

Basaltböden und Buchen

Die Basaltböden sind die optimalen Buchenwald bzw. Laubmischböden, die im Vogelsberg bis in Höhenlagen von 700m  die schönsten Buchenhochwälder ermöglichten. – Bereits bei den Römern war die Region als „Buchonia“ bekannt. 

Eisenerzgewinnung

Die erodierten Basalte ergaben Lagerstätten von angereichertem Basalteisenstein, die bis ins 20.Jahrhundert rund um den Vogelsberg abgebaut wurden. Bis heute bestehen die Friedrichshütte bei Laubach und die Kunsteisengießerei Buderus in Hirzenhain, beide sind aber mittlerweile auf Rohstoff-Importe angewiesen. Auch am "Schwarzen Fluss" bei Grebenhein lassen sich noch Reste dieser Industrie finden.

Blockhalden und -felder

Die Blockhalden ermöglichen Biotope mit charakteristischen Gehölzvegetationen und Moosgesellschaften. Auf den Blockfeldern am Taufstein kennt man beispielsweise 14 Moosarten die als „selten“ bis „vom Aussterben bedroht“ einzustufen sind.

Lesesteinriegel und Feldgehölze

Auch auf den Feldern ist der Basalt allgegenwärtig. Hier wurde er in Jahrhunderten von fleißigen Händen abgesammelt und an den Grundstücksgrenzen zu Lesesteinwällen geschichtet. Darauf hat sich eine reichhaltige Heckenflora entwickelt, die nicht nur zahlreichen Pflanzen und Tieren Schutz bietet, sondern an heißen Tagen auch dem Wanderer als Schattenspender willkommene ist.

Alte Vulkanschlote

Härtere Basalte blieben von der Erosion der Jahrmillionen fast unberührt und bilden heute teils bizarre Formen. Das Innere der ehemaligen Schlote zeichnet sich durch Dichte und damit Härte aus, so dass man sie heute noch als Kuppen erkennen kann, auf denen oft Orte thronen.
Dörfer und Städtchen wie Stornfels, Herbstein oder Ulrichstein sind auf Vulkanschloten mit erstarrtem Magma gegründet worden. Von diesen kleinen Kuppen überschauen sie die Landschaft und waren bereits in der Geschichte als strategische Aussichtspunkte heiß begehrt.

Basalt als Baustoff

Auch in den historischen Ortskernen trifft man auf Basalt. Er bildete den traditionellen Straßenbelag und wurde für Mauern und die Sockel der Häuser gerne verwendet. Die meisten Schlösser der Region und viele Gutshöfe sind aus Basalt erbaut.

Basaltsteinbrüche

Viele Dörfer hatten früher ihren eigenen kleinen Steinbruch. Basalt wird immer noch abgebaut, heute jedoch überwiegend als Schotter oder Split im Straßen und Bahnlinienbau verwendet. Dort, wo der Abbau die Erde aufgeschlossen hat, zeigen sich auch für den Laien  interessante geologische Formen – etwa die typischen Fünf- oder Sechskantsäulen des Vogelsberger Basaltes.


Basalt als Wasserspeicher

Der Basalt dient als Filter und als Wasserspeicher. Die hohen Niederschläge und der zu allen Jahreszeiten häufige Nebel begründen den Wasserreichtum des Hohen Vogelsberges. Regenwasser versickert im klüftigen Basalt des Berges und tritt oberhalb der undurchlässigen Schichten als Quelle zu Tage. Die Quellen und ihre Gerinne vereinen sich schon im Oberwald zu Bächen, die sternförmig in alle Richtungen fließen. Das klare Vogelsberger Wasser ist das Trinkwasserreservoir der Region und des gesamten Rhein-Main Gebietes.